Pfeffer

Pfeffer, der König der Gewürze, ist eines der ältesten und beliebtesten Würzmittel. Die Variation ist breit, von weißen Pfefferkörnern über grüne bis hin zu langen Pfeffer. Die gängigsten Sorten sind schwarz, weiß, rot und grün (der gemischte Pfeffer). 

Wirkung:

Seit Langem ist bekannt, dass Pfeffer den Appetit anregt und die Verdauung fördert. Er steigert die Speichelproduktion und die Bildung von Verdauungssäften. Dennoch wird er in der europäischen Heilkunde nicht verwendet. Es gibt zwar viele wissenschaftliche Studien zur Wirkung von Pfeffer (z.B. antibakteriell, entzündungshemmend, Verbesserung der Entgiftungskapazität der Leber), aber diese wurden bisher nur an Tieren getestet. 

Gewusst:

Rosa Pfefferbeeren ist kein richtiger Pfeffer, sondern Beeren des Schimus-Baums (Familie: Schumachgewächse). In der südamerikanischen Heimat werden sie fast ausschließlich als Heilmittel verwendet: gegen Erkältungen, Grippe und Atemwegserkrankungen.

Im Osten Afrikas glaubt man, dass der Verzehr von großen Mengen Pfeffer Auswirkungen auf den Körpergeruch hat und somit Moskitos fernhält.

Geschmackskombinationen und Gerichte:

Schwarze Pfefferkörner haben einen ganz besonderen erdig-aromatischen Duft, sie schmecken scharf und aromatisch. 

Das Aroma weißer Pfefferkörner ist etwas milder und nicht so scharf. 

Obwohl die grünen Pfefferkörner einen feinen Geschmack haben, sind sie aber genauso scharf wie der schwarze Pfeffer, doch das Aroma ist weniger ausgesprägt. 

Trotz des erdigen Geschmacks ist Pfeffer auch für Süßspeisen bekannt. So kommt es in größeren Mengen in Früchtebrot oder Lebkuchen vor. Probieren Sie doch mal einen Obstsalat mit etwas frisch geriebenen Pfeffer. Dies gibt zum Beispiel der flambierten Ananas oder Erdbeeren noch das gewisse Etwas. 

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Holunder

Der Holunder – oder wie wir ihn auch nennen „Holler“- zählt zu den ältesten Heilpflanzen der Menschheit. Wenn die Holunderblüten ihren süßlichen Duft verbreiten, dann wissen wir das Sommer beinahe da ist. Wenn sich die schwarzen Beeren zeigen, dann wird meist der Herbst eingeläutet. 

Wirkung:

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Holunders sind: ätherisches Öl, Flavonoide, Kaffeesäurederivate, Gerbstoffe und Schleimstoffe. In erster Linie werden die Blüten verwendet, nämlich meist in Form von Tee. Diese helfen vor allem gegen Infektionen der oberen Atemwege und wirken fiebersenkend. Die Flavonoide sind die wirksamsten Kämpfer gegen Viren und Bakterien.

Gewusst:

Erhitzen Sie die Beeren vor der Verwendung, denn roh können Sie zu Bauchkrämpfe und Durchfall führen. 

Geschmackskombination und Gerichte:

Die Blüten haben einen angenehmen süßen Geschmack, wohin gegen die Beeren etwas herb und bitter schmecken.

Aus den frischen Blüten lässt sich besonders einfach der beliebte Sirup herstellen. Oder sie werden in Palatschinkenteig getaucht und heuausgebacken (Holler-Schöberl).

Aus den Beeren, die erst im Herbst geerntet werden, lässt sich wunderbar Gelee, Marmelade oder auch Chutneys zubereiten. Zudem können Sie die Beeren auch entsaften, aufgekocht mit etwas Honig (konserviert und wirkt bakterizid) und heiß in Flaschen gefüllt, hält er sich für einen längeren Zeitraum und Sie sind für die kalte Jahreszeit gerüstet. Achtung, auch hier die Beeren vorher kurz aufkochen. 


Ingwer

Im botanischen Sinn ist Ingwer keine Wurzel, sondern ein Rhizom- so nennt man den Wurzelstock aus unterirdischen knolligen Trieben, sie sich in die Erde graben. Sie ist mit der Kurkuma und dem Galgant verwandt. 

Die Schärfe der Ingwerwurzel hat einen ähnlichen Biss wie die Chilischoten und wärmt ebenso von innen. 

Wirkung

Ingwer wirkt appetitanregend und fördert die Verdauung. Besonders wirksam ist er gegen Übelkeit und Neigung zu Erbrechen sowie typische Reisekrankheit-Symptome. In der chinesischen Medizin gilt die Wurzel als schweißtreibend, schleimlösend und hustenstillend. Zudem hat Ingwer eine antibakterielle Wirkung und der klassische Ingwer-Zitronen-Tee ist besonders gut bei Erkältungen. Weiters wird der Kreislauf angeregt und wärmt an besonders kalten Tagen von innen.

Zudem enthält Ingwer viele wertvolle Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen. 

Gewusst 

Ingwer war im Mittelalter hierzulande weit verbreitet, nämlich als „Pfeffer der armen Leute“, da sich echten Pfeffer nur die Oberschicht leisten konnte.

Geschmacksexplosionen

Ingwer hat einen speziellen fruchtigen und gleichzeitig scharfen Geschmack.

Die Schärfe ist zwar sehr dominant, dennoch lässt es sich wunderbar mit anderen Aromen sehr gut verbinden, weil sie diese unterstützt. Besonders gut harmoniert er mit Basilikum, Chili, Limetten und Zitronen, Zitronengras und Koriandergrün.

Frischer Ingwer wird entweder in Scheiben geschnitten, gehackt oder gerieben verwendet. Ingwerscheiben gibt man in (Fleisch-/Fisch-) Marinaden oder gibt sie zum Garen hinzu und gibt sie beim Essen wieder beiseite. Probieren Sie doch mal eine Karotten-Ingwer-Suppe oder frisch gerieben in Kompotts oder Marmeladen (z.B. Marillen-Ingwer-Marmelade).

Lagerung


Die frische Wurzel wird am besten eingewickelt in Butterpapier im Kühlschrank gelagert. Je länger sie gelagert wird, desto mehr Scharfstoffe gehen verloren. Das Pulver, das weitaus weniger intensiv ist als die frische Wurzel, luftdicht in verschlossene Gläser. 

Gute Qualität der Wurzel erkennt man daran, dass sie bei leichtem Druck nachgibt und eine mattglänzende, unversehrte Schale hat.


Perfekt wenn die Erkältungsviren wieder im Umlauf sind

Galgant

Galgant ist nach dem Mittelalter für lange Zeit leider in Vergessenheit geraten und meist wird sein bekannterer Bruder der Ingwer verwendet. Mit seinem pfeffrigen Geschmack ist er dem Pfeffer sehr ähnlich und nachdem dieser leitbar wurde, wurde Galgant noch weniger verwendet. Doch Galgant kommt wieder in Mode und es ist ein wahres Heilmittel!

Galgant gibt es sowohl als frische Wurzel, als getrocknete Wurzel und als Pulver (am gängigsten bei uns). 

Galgant ist aus den Küchen Chinas, Südostasien und Thailands nie verschwunden und wird gerne anstatt Ingwer verwendet, so wird es auch „Thai-Ingwer“ genannt. So würzt er die thailändische rote und grüne Currypaste. 

Das Pulver indessen in der marokkanischen Gewürzmischung „Ras-el-Hanout“ vor. 

Wirkung

Die Scharfstoffe regen wie beim Ingwer die Durchblutung an und wärmt von innen. Zudem wirkt Galgant entzündungshemmend. Die ätherischen Öle enthalten gesunde Bitterstoffe, die gut für die Gallenblase sind und sich positiv auf die Verdauung auswirken. Zudem ist er in Arzneimittel gegen Übelkeit, Blähungen, Magenbeschwerden und Schnupfen.

Gewusst
Galgant wirkt anregend auf die Gebärmutter, daher sollten Schwangere darauf verzichten.
Frischen Galgant erhalten Sie in Asia-Läden und gut sortierten Gemüsehändlern. Das Pulver ist meist in Bio-Supermärkte erhältlich.

Geschmacksexplosionen

Galgant schmeckt ähnlich wie Ingwer ist aber süßlich-bitter. Die Schärfe ist aber ingesamt etwas milder. Galgantpulver passt gut zu Käse, Fleisch und herzhaften Festtagsbraten. In Südostasien wird er zu Gerichten mit Meeresfrüchten und Huhn verwendet. 

Genauso wie Ingwer und Pfeffer eignet sich Galgant für Süßspeisen. Probieren Sie doch mal einen Vanille-Kurkuma-Latte mit einem Hauch Galgant. Oder Sie kochen einen aromatischen Tee mit frischen Galgant. Am liebsten mag ich es auf einem Brot mit Weichkäse – mmmmh 🙂

Lagerung

Die frische Wurzel wird am besten eingewickelt in Butterpapier im Kühlschrank gelagert. Je länger sie gelagert wird, desto mehr Scharfstoffe gehen verloren. Das Pulver, das weitaus weniger intensiv ist als die frische Wurzel, luftdicht in verschlossene Gläser.